Der Grund für diesen Beitrag ist eine Geschichte mit meinem aktuellen Provider, der Swisscom und die Geschichte geht so ;

Mir fiel vor einiger Zeit auf das ich einen wirklich schlechten Download-Speed hatte. Nach einem Online Check auf den Swisscom eigenen Server bestätigte sich mein Verdacht. Statt der 5 Meg’s die ich eigentlich bezahle, kriegte ich gerade mal 1.2 Megs runter-geladen. Da ich schon seit 2 Jahren 5 Megs bezahle und eigentlich immer nur an die 3.2 Megs bekommen habe, war dies der kleine Topfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Also mal der Swisscom Hotline 0800 800 800 angerufen und ein Ticket aufgemacht. Da ich eh schon ne wirklich miese Leitungsdämpfung von -40 DB habe, rechnete ich nicht wirklich damit das die mir da helfen konnten. Die Wartezeit an der Hotline hab ich noch genutzt und den Router per Remote neu zu starten.
Die Warterei an der Hotline ging ein paar Minuten und darum hab ich noch einmal den Check durchgeführt und siehe da, ich kam wieder auf die 3.2 Megs.

So weit so gut, damit war ich einigermassen und halbwegs zufrieden, aber genau in diesem Moment nimmt eine nette Dame von der Hotline das Telefon ab und fragt freundlich wie sie mir helfen kann.

Ich erzähle der lieben Frau also das ich Leitungsschwankungen habe und das der Download irgendwo zwischen 1.2 und 3.2 Megs herumdümpelt. Nach einiger Wartezeit offeriert mir die liebe Frau einen Check vor Ort durchzuführen. Wow, klasse Service dachte ich mir, schadet sicher nichts und vielleicht bekomme ich ja dann wirklich ne stabilere Leitung weil die dann sehen das man da was machen MUSS, schliesslich bezahle ich ja seit mind. 2 Jahren viel zu viel für “meine” Leitung.

Ein paar Tage später kommt also ein Techniker vorbei, misst die Leitung, telefoniert mit irgendwem und misst wieder, telefoniert wieder und zwischendurch höre ich mehrere male das Wort “Shit”. Hmm das kann nicht wirklich gut sein wenn der an “meiner” Leitung werkelt und das “S-Wort” benützt, dachte ich mir und nutzte eine kleine Pause zwischen den Telefonaten um zu fragen was los ist.

Die Erklärung die er mir lieferte war folgende ; Also die bei der Swisscom (es war kein Swisscom Technniker der uns besuchte) haben bemerkt das die Leitung wirklich schlecht ist. Der Abstand zur nächsten Zentrale sei zu gross (ca. 4 km) und darum haben die von der Swisscom nun die Leitung auf 2.5 Megs runtergestaucht.

Aha, wunderbar, dachte ich mir ; Da macht man ein Ticket auf weil man zuwenig Bandbreite hat, dann kommt einer vorbei und nun hab ich noch weniger Bandbreit, ist ja klasse, genau das was man von einem Helpdesk-Ticket erwartet.

Der Techniker zottelte dann nach einiger Zeit entäuscht wieder ab, man sah ihm schon von weitem an das er auch keine Freude an der Situation hatte.

Ich hab mich dann noch einmal bei der Swisscom gemeldet und erklärt das es ja nicht der Sinn der Sache sein könne das ich nun weniger Bandbreite als vorher habe. Der freundliche Herr hat da ziemlich sicher die Standart-Floskeln runtergeleiert die er in irgendeinem 2-wöchigem-Swisscom-Helpdesk-Kurs auswendig gelernt hat ; “Unsere AGB’s sagen das wir nichts garantieren, wir machen was wir können, mehr geht leider nicht, manuell herauf-stufen kann man sie nicht weil das System automatisch die maximale Bandbreite aufgrund der Leitungsqualität vergibt, bla, bla, bla. Da ich aber dafür bekannt bin hartnäckig zu sein unterbrach er das Telefonat um an anderer Stelle nachzufragen ob ne Satelliten-Verbindung möglich sei und ob vielleicht bald ne neue Zentrale in der Nähe gebaut wird (das mit der Satelliten-Verbindung war meine Idee ;-). Eine Sat-Verbindung sei nicht möglich (wahrscheinlich wird der Ort in dem ich wohne von dem Satelliten nicht erfasst….?) aber dafür baue man bald eine neue Zentrale in unserer Nähe, ich solle doch in einem Monat wieder anrufen und mal nachfragen. Damit war seine Schuldigkeit anscheinend getan und ich nehme mal an das man ihm in dem 2-Wochen-Einführungskurs-für-Swisscom-Supporter beigebracht hat das er den Call und das neue Ticket im System nun als abgeschlossen betrachten kann.

Naja, wie gesagt, ich bin hartnäckig ;
Ein kleiner Check bei der Sunrise sagt mir das ich da auf ca. 16 Megs Bandbreite komme,,,was mir zwar nicht einleuchtet weil die ja (anscheinend) bei der Swisscom eingemietet sind und die gleichen Zentralen benützen.
Also mal schnell ein Kontrollanruf bei der Sunrise ; Die nehmen da sehr schnell ab 1:0 für Sunrise ! Der Supporter versicherte mir, nein er garantierte mir das ich auf mind. 5 Megs kommen werde. Später könne ich ja noch auf 16 Megs updaten wenn die Leistung wirklich stimmt. Hört sich gut ann (auch wenn ich irgendwie den Verdacht hege das die Sunrise Leute keinen 2 Wochen Kurs für Supporter, sondern einen 3 Tages-Kurs-als-Verkäufer machen 😉
Ich krieg in den nächsten Tagen dann also die Anmeldung für das Sunrise Internet. Was die noch nicht wissen ist, dass ich den Vertrag ergänzen werde und zwar mit ein paar Zeilen Kleingedrucktem die aussagen das ich, wenn ich nicht auf mind. 5  megs komme, sofort und auf Kosten der Sunrise wieder zurück zur Swisscom wechseln kann. Wenn die Sunrise dies nicht akzeptiert, werde der Vertrag von meiner Seite aus als nicht-gültig erklärt,,,mal schauen ob und wie die das schlucken werden 😉

Ein weiterer Anruf bei der Swisscom zur Klärung wieso das bei der Sunrise über die gleichen Kupferleitungen mehr Leistung generiert werden kann und demzufolge Sunrise also herausgefunden hat wie man die Gesetzte der Physik umgehen kann, brachte nicht wirklich Klärung. Dafür war die Damen die ich dieses mal am Telefon hatte, ehrlich bemüht mir zu helfen. Sie hat sogar versucht meine Leitung wieder auf die 3.2 Megs hoch-zu-schrauben, was aber nicht geklappt hat weil dies anscheinend den Fehlerlog meiner Leitung massiv erhöht hätte. Dafür kriege ich jetzt mal ne Gutschrift weil ich ja eigentlich seit 2 Jahren zuviel bezahle und nun eh nur noch die Hälfte von dem kriege was ich bezahle…Das ist aber einmalig und ein angepasstes Abo sei halt einfach nicht möglich….

Ich hab mir dann mal die AGBs der Swisscom zum Thema Internet genauer angeschaut :

Wenn man den 2.1 gleich liest, muss man eigentlich nicht weiterlesen :
Der Internetdienst von Swisscom ermöglicht dem Kunden den Zugang ins Internet. Swisscom garantiert keine Mindestbandbreite. Die angegebe- nen Übertragungsgeschwindigkeiten sind bestmögliche Leistungen und können nicht garantiert werden. Einschränkungen können sich je nach Leitungslänge zwischen Telefonanschluss und Ortszentrale sowie aus der Qualität der Kupferleitungen ergeben. Sofern weitere Dienstleistungen über den Festnetzanschluss bezogen werden, kann dies zu Einschränkungen der Bandbreite führen. Im weitern kann Swisscom keine Gewähr geben, dass über den Internetzugang ausgetauschte Informationen (zB. Emails) beim Kunden bzw. beim Empfänger zugestellt werden.

Der gleiche Inhalt einer AGB würde bei einer Tankstelle dann in etwas so aussehen :

Wir von der Firma SoUndSo ermöglichen es unseren Kunden Benzin in den Tank von Autos zu füllen. Die Firma SoUndSo garantiert nicht das Sie soviel Benzin bekommen wie Sie bezahlen. Die angegeben Menge an Benzin entspricht der bestmöglichen Leistung unserer Zapfsäulen. Einschänkungen können je nach Schlauchlänge zwischen Tankstutzen und der Zapfsäule sowie der Qualität des verwendeten Gummi’s der Zapfsäule varieren.  Sofern weitere Dienstleitungen über den Gummischlauch bezogen werden kann dies ebenfalls zu Einschränkungen der Menge Benzin führen. Im weiteren kann die Firma SoUndSo keine Gewähr geben das die über den Gummischlauch ausgetauschten Flüssigkeiten auch tatsächlich in Ihrem Tank landen.

OK, das ist eine von mir frei “übersetzte” Version der Swisscom AGB wenn die Swisscom eine Tankstellenfirma wäre, aber mal ehrlich, würden wir so was auch nur Ansatzweise von einem Tankstellenbetreiber akzeptieren ?

Die Technologie, nur die Bandbreite zu verrechnen die man bezieht ist da, oder man könnte sie sich selber programmieren, das Wissen dazu ist vorhanden (und sonst helfe ich gerne, ich bin teuer, aber ich kann hier wirklich helfen ;-).

Mann muss sich auch keine Illusionen machen, die Swisscom ist hier keine Ausnahme, ALLE PROVIDER VERTAEGE GARANTIEREN GAR UBERHAUPT NICHTS, KOSTEN ABER TROTZDEM (VIEL) GELD .

Ich werde mal auf alle Fälle unserem Preisüberwacher eine kleine Nachricht schicken und den Link zu diesem Beitrag gleich mitschicken. Wäre keine schlechte Idee wenn Ihr das auch tun würdet 😉